1958

Jacke und Hose

 

Die hier dargestellte Jacke und Hose von 1958 gehört zu den ersten Kampfanzügen der DDR im Flächendruck. Die längst angeordneten Taschenklappen auf der Jackenvorderseite wurden bei allen nachfolgenden Modellen nicht mehr weitergeführt. Die gekörnten feldgrau lackierten Aluminiumknöpfe der Jacke sind alle vernäht. Diese Knöpfe gab es so nur beim 1958er Modell, sie sind etwas kleiner als die Plaste-Knöpfe, die ab 1960 aufkamen. Bemerkenswert nach 54 Jahren ist der farbfrische Zustand des Tarnmusters.

 

1958 fehlte noch das innen eingenähte Band zum Einrollen der Kapuze. Dieses wurde erst ab 1960 angebracht. Zu beachten ist die durchgehende und noch aus einem Stück gefertigte Rückenpartie.

 

 

Eine Eigenart der frühen Jacken: Die Schlaufen zur Befestigung von Tarnmaterial an Oberarm und auf dem Rücken kommen 1957 bis 1959 noch ohne die darüberliegende zusätzliche Schlaufe aus. Auch hier drängt sich der Vergleich zu deutschen Tarnjacken aus dem WK II auf. Die bei Jacken der Kapuzenserie (1957 bis 1964) im Brustbereich angebrachten kleineren Schlaufen dienten auch der Anbringung von Tarnmaterial, zeitgenössische Aufnahmen und Abbildungen aus Dienstvorschriften zeigen diesemals Fixierung der Kordel der eingerollten Kapuze. Die untere Schlaufe fehlt hier.

 

 

Undeutliche Stempelung von 1958: DDR/I, Größe 2, Hersteller 1802, II 58.

 

Gegengeknöpfte Windschutzleiste, die Ähnlichkeit mit der Jackenknöpfung der wendbaren Wintertarnanzüge der Wehrmacht ist unverkennbar. Typisch für 1958 und 1959 sind die schwarz eingesäumten Knopflöcher.

Ebenfalls nur bei den frühen Jacken vorhanden: Pappknöpfe zur Befestigung des Mückenschleiers und die noch zu Dienstzeiten nachträglich angebrachten Stahlhaken aus Omas Nähkasten zum Fixieren der Kapuze am Stahlhem M 56.

Ärmelverstellung.

 

Die linke Bundverengung. Die Stoffverdickung am Ende vehindert ein Verschwinden des Verstellbandes im Tunnel, es gab sie nur von 1957 bis 1959. Bundverengungen mittels Knöpfung tauchten erst bei den Jacken der 1964er Kragenserie wieder auf.

Gelbe Fertigungsmarkierungen gab es vermutlich nur 1958. Die letzte Ziffer zeigte bereits 1958 die Größe an, hier die 2.

 

Kunstlederbesätze im Inneren der Jacke als Sicherung der außen angebrachten Tarnschlaufen. Erst etwa ab 1962 waren diese dann aus Flächentarnstoff.

 

Zweifache Ventilation in Schlitzform, hier noch mit rechteckigen Verstärkungen.

 

 

 

 (Hose Sammlung S. Wetzel)

 

Ebenfalls in erstaunlicher Farbfrische die dazu passende 1958er Hose. Die drei außen liegenden D-Ringe wurden scheinbar nachträglich noch in den 60er Jahren mit dickem Drillichstoff angebracht. Die Schnürbänder für die Beinverstellung sind aus etwas festerem Material als bei dem 1959er Vergleichstück.

 

Gab es bei der Tarnbekleidung nur 1957 bis 1959: Die Stempelung "DDR". Flächentarnbekleidung mit diesen Stempelungen wurde sowohl an die NVA als auch an die DVP ausgeliefert, eine Trennung in "NVA" und "MDI" bzw. "MdI" schien sich erst um 1960 in der Stempelung durchgesetzt zu haben. Hier eine Größe 3 vom 2. Quartal 1958., Hersteller mit der sehr häufig anzutreffenden Betriebsnummer 1802. Die Bedeutung des Schrägstriches mit der röm. Eins ist -mir zumindest- nicht bekannt.

 

Wurde ebenfalls nur 1958 und 1959 in dieser Form produziert: Die dreifachen flachen vernähten Plasteknöpfe der Beintaschen. In der linken ( ! ) Beintasche wurde noch eine zusätzliche längliche Einstecktasche für die Aufnahme eines Magazins oder eines Messers eingearbeitet.

 

 

 

Die Schnürbänder für die Beinverstellung sind aus etwas festerem Material als bei dem 1959er Vergleichstück.

 

D-Ringe für die Befestigung der Hosenträger wurden nachträglich angebracht. Die Knöpfe zur Befestigung der alten Hosenträger wurden jedoch belassen.

 

 

Nach über 52 Jahren sehr guter Zustand der Knopflöcher.

 

 

 

 

Knöchelverstärkung.