1960

Jacke und Hose

 

Bei dieser stark gebrauchten Jacke von 1960 ist das Flächentarnmuster noch erkennbar. Schon Ende 1959 wurden bei den Kampfanzugjacken die senkrechten Brusttaschen weggelassen. Statt dessen  wurde nun -auch Ende 1959- erstmals die Pistolentasche des Typs 1 verarbeitet. Der Schnitt von 1960 hielt sich in der Herstellung bis auf einige wenige Veränderungen bis 1964.

Ende 1959 wurde erstmals an den Kampfanzugjacken ein Fixierband eingeführt, welches das Einrollen des Stahlhelmtarnbezuges ermöglichte.

Auch nur bis etwa Anfang 1961 vorzufinden: Die Rückenpartie aus einem Stück. Einteilige Rücken findet man erst 1969 wieder vor.

Die Tarnschlaufen wurden nun mit einer darüberliegenden kleineren Zusatzschlaufe versehen, Tarnschlaufe Typ 3.

 

Im Inneren der sechseckigen Ärmelschoner konnten plasteartige Verstärkungen festgestellt werden. Diese sollten vermutlich die Ellenbogen des Kämpfenden zusätzlich gegen Abnutzung und Nässe schützen. In den Knieschonern der Hose sind diese Verstärkungen ebenfalls vorhanden. Diese zusätzlichen Verstärkungen konnten bisher nur beim 1960er Kampfanzug (und der Hose für Fallschirmjäger und Aufklärer, hier allerdings mit Polsterung) festgestellt werden.

 

 

Sämtliche grau gekörnten Knöpfe sind hier noch die der 1959er Zwischengröße, die bereits alle mit Splintringen gesichert sind. Vermutlich waren deren Ösen zu dünn, so dass man ab etwa Mitte 1961 bereits die bekannten etwas dickeren, größeren Knöpfe verwendete.

 

 

Die Bundverstellung mit Holzknebeln, diese Eigenart findet sich in den Felddienstjacken von etwa Ende 1959 bis etwa Anfang 1961.

 

Ebenfalls schon Ende 1959 erfolgte die Umstellung der Stempelung "DDR/I" auf "NVA", "MDI" und "C" im Viereck. Hier eine Größe 1 aus dem 1. Quartal 1960.

Ebenfalls etwa Ende 1959 bis etwa Anfang 1961 wurden die Tarnschlaufen im Inneren der Felddienstjacken mit Lederbesätzen gesichert.

 

Die Splintringe der Jackenknöpfung sind hier noch mit einem Stoffbesatz verdeckt, welcher links und rechts vernäht ist, sodass man von oben nach unten durchgreifen kann. Von 1961 bis 1964 waren diese Stoffstücke dann an der oberen und rechten Seite vernäht.

 

Die für diese Zeit noch typischen doppelten senkrechten Schlitze der Ventilation.

 

Die Jacke wurde noch nicht mit der 1965er Behelfsumrüstung für die Dienstgradabzeichen versehen, ein Zeichen dafür, dass sie bereits vor dem 01.01.1965 einer "zivilen Nutzung zugeführt" wurde.

 

Nicht strukturmäßig angebrachtes Namenschild am Fixierband für die Kapuze, der Name des einstigen Trägers dieser 1960er Felddienstjacke ist noch schwach erkennbar.

 

Serienmäßig angebrachte Stahlhelmhaken. Diese findet man mitunter sogar an 1958er Jacken. Das Tarnnetz wurde bei dieser Jacke leider bereits entfernt.

 

 

 

 

Hellbraune Bakelitknöpfe. Der obere fehlt und wurde durch einen zivilen ersetzt.

 

 

Außen angebrachte D-Ringe für die Hosenträger. Ende 1959 erstmals serienmäßig.

 

Fehldruck auf der Hosenbodenverstärkung. Farb-Fehldrucke konnten bei den Herstellerjahren 1960 bis 1963 bisher nur bei der dunkelgrünen Farbe festgestellt werden.

 

Die Hose von 1960 wurde ebenso wie die Jacke mit den 1959er Knöpfen versehen, die mit Splintringen gesichert sind. Hier noch die sehr aufwendig gestaltete Hosentasche mit dreifacher Sicherung.

Im Gegensatz zu den 1958er und 1959er Modellen kommt das 1960er Modell nun mit nur zwei Knöpfen an den Beintaschen aus.

Die Taschenpatte der rechten Beintasche fehlt leider hier. Die Einstecktaschen sind vollständig erhalten geblieben.

 

C, 3, 60. Auf C-gestempelter Flächentarnbekleidung findet man meist keine Quartalsangabe.

Im Inneren der sechseckigen Knieschoner konnten plasteartige Verstärkungen festgestellt werden. Diese sollten vermutlich die Knie des Kämpfenden zusätzlich gegen Abnutzung und Nässe schützen. In den Ärmelschonern der Jacke sind diese Verstärkungen ebenfalls vorhanden. Diese zusätzlichen Verstärkungen konnten bisher nur beim 1960er Kampfanzug (und der Hose für Fallschirmjäger und Aufklärer, hier allerdings mit Polsterung) festgestellt werden.

Knöchelschoner ebenfalls mit dunkelgrünem Farbfehldruck. Eine Polsterung wurde hier nicht verarbeitet.

 Die Zugbänder der Beinverstellung in sandgelber Ausführung.

 

Das Tarnmuster dieser Hose weist nach 52 Jahren immer noch ein ungewöhnlich dunkles Grau auf, das Hellgrün ist -für diese Zeit typisch- sehr schwach zu sehen.