1962

Jacke und Hose

Ab 1962 kam eine hellere Version des Flächendruck-Musters mit einem hellerem Braun und einem deutlicheren Grün auf. Diese Jacke der Kapuzenserie ist in einem recht guten Zustand erhalten geblieben. Die Imprägnierung ist noch vorhanden, sie verleiht der Jacke aus dem bereits dickeren Stoff eine gummiartige Oberfläche. Die grauen gekörnten Plasteknöpfe lassen sich nur sehr schwer schließen, was darauf schließen läßt, dass die Jacke kaum in Gebrauch war. Denkbar ist, dass sie möglicherweise aus der "Mobilmachungsreserve" oder der "Kampfgruppenreserve" stammt, die bis 1990 vorgehalten wurde.

 

Ungewöhnlich ist die recht weit unten angebrachte Befestigung der Knöpfe der Ärmelverstellung. Möglicherweise wurde diese Jacke seinerzeit als 2. oder 3. Wahl eingestuft.

 

Ab 1962 war das rechteckige Ventilationsloch unter den Armen nur noch einfach vorhanden.

 

6)

Kein Farbunterschied unter der Taschenpatte. Das Verbandpäckchen wurde Anfang/ Mitte der 60er Jahre vermutlich in einer der beiden Ärmel- oder Beintaschen verstaut. Lt. DV-10/5 von 1961 wurde das Dosimeter DP 70 M in der rechten, das Reservemagazin für die Pistole in der linken Ärmeltasche mitgeführt.

Anfang der 60er Jahre gab es in der DDR neben den staatlichen VEB noch Privatbetriebe, die auch für die bewaffneten Organe produzierten. Das Verbandpäckchen der Bruno Bittermann Kommanditgesellschaft (K.G.) aus dem Jahr 1960 weist in Form, Größe und Aufdruck starke Ähnlichkeit mit den Vorgängern aus dem 2. Weltkrieg auf.

 

Scheint eine Eigenart des Jahres 1962 zu sein: Die identische Musterung beider Patten der Ärmeltaschen (S. auch Hose). Diese Merkwürdigkeit fiel mir auch an einer 1962er Jacke eines anderen Sammlers auf.

 

Ab 1964/ 1965 wurden im Dienst befindliche Feldjacken für die Befestigung von Schulterklappen umgerüstet. Hier ist es wohl beim Versuch geblieben. Die unteren Befestigungen wurden hier wieder entfernt.

 

Stahlhelmhaken und Mückenschleider sind komplett vorhanden. Erstaunlich ist nach 48 Jahren der gute Zustand der gesamten Gummizüge. Ab 1963 macht sich eine schlechtere Qualität der Gummizüge bemerkbar, der Gummizug der Kapuze wurde vermutlich ab 1963 an einigen Jacken komplett weggelassen.

 

Die typische "1802" ist auf der Pistolentasche des Typs 1 noch schwach erkennbar. Flächentarnbekleidung wurde in fünf Größen hergestellt, wobei die "1" die kleinste Größe darstellte, die "4" und die "5" wurden scheinbar für Hünen gefertigt. Die hier gezeigte "2" war also eine relativ normale Größe. 1964 begann man in der DDR die Größenschlüssel für Felddienstbekleidung auf ein Buchstaben-Zahlen-System umzustellen, wie es dann bis 1990 gültig bleiben sollte.

 

Lediglich das linke Befestigungsbändchen der Bundverstellung fehlt. Alle Knöpfe sind mit Splintringen befestigt.

 

 Zwei andere 1962er Jacken im Vergkeich:

Die unterschiedlichen Färbungen im Tarndruck hängen vermutlich mit den damaligen verschiedenen Zulieferern zusammen. Die linke Jacke (C, 2, 62) erscheint extrem dunkelbraun, die rechte (NVA, 2, 1802, III / 62) extrem hellgrün. Im VEB Burger Bekleidungswerke wurden die angelieferten und schon bedruckten Stoffe wahrscheinlich dann "nur noch" zusammengenäht. Als Zulieferer kann man sicherlich die sächsische Textilindustrie annehmen. Die manchmal zu vernehmende landläufige Meinung, es handle sich bei den dunklen und hellen Färbungen des Flächentarnmusters um "Herbst-" bzw. "Frühlingstarnung", ist sicher haltlos. 1962 scheint das Jahr des Farbwechsels zu sein, extrem dunkelbraune Töne tauchen, bis auf einige Nuancen, nach 1962 nicht mehr auf.

 

 

Diese Hose vom 2. Quartal 1962 ist ebenfalls schon im schweren dicken Stoff hergestellt. Seltsamerweise hat man hier noch das etwas dunklere 1961er Muster verwendet, während das Innere der Knöpfleiste des "Hosenstalls" und das Innere der linken Beintaschenpatte schon im helleren 1962er Muster verarbeitet wurde, s. u..

 

 

 

 

Das Innere der Knöpfleiste des "Hosenstalls" und das Innere der linken Beintaschenpatte wurden schon im helleren 1962er Muster verarbeitet. Ähnliche Zustände findet man mitunter auch im Inneren der gegengeknöpften Windschutzleiste in 1962er Jacken mit noch dunkler 1961er Färbung.

 

Eigenart des Jahres 1962: Die identische Musterung beider Patten der Beintaschen (S. auch Jacke).

 

Schwarze Stempelung vom 2. Quartal 1962 in sehr gutem Zustand. Nach meinem Kenntnisstand wurden Stempelungen in fünf Farben aufgedruckt: Schwarz (sehr häufig und bei allen Jahrgängen), rot (recht häufig, vermutlich nur 1963), weiß (eher selten), blau (sehr selten, vermutlich nur 1964 und 1965 Kragenserie) und grün (sehr selten, vermulich nur 1965).

 

Auch hier eine Farbanomalie der blaugrünen Farbe über der braunen Farbe (s. auch Jacke 1961). Dieser Punkt mit den zwei waagerechten Strichen wiederholt sich auf dieser Hose alle 45 cm.