1975 Strichtarn

Jacke und Hose

 

Das Jahr 1975 zeigte keine wesentlichen Änderungen in der Felddienstbekleidung gegenüber dem Jahr 1970. Die Bakelit- oder Plasteknöpfe wirken etwas grünlicher, die Dosimeter-Einschubtaschen in der linken Ärmeltasche sind hier bereits nicht mehr vorhanden. Der erste grau gekörnte Knopf der Ärmelverstellung (hier im Bild durchgeknöpft) ist nun vernäht, der zweite noch mit dem bekannten Splintring gesichert. Hier die MdI-Version.

Obermeister der VP. Die dargestellte Trageweise der polizeigrünen Trillerpfeifenschnur entsprach nicht der Vorschrift, wurde aber größtenteils geduldet. Tarnschlaufen des Typs 5 findet man nur im Schlüsselbeinbereich und über den Ärmeltaschen.

 

Etwa Mitte der 70er Jahre: Offiziere und Unterführer der 3. oder 20. VP-Bereitschaft Potsdam tragen bei einer Lagebesprechung Felddienstanzüge der 70er Jahre, kenntlich an den sichtbaren Knöpfen der Ärmeltaschen. Der Obermeister der VP im Bildhintergrund trägt die bis 1979 gültigen Dienstgradabzeichen für Unterführer mit einfacher umlaufender Pattschnur und unterem Querbalken. Bei dem Major der VP mit der Schirmmütze links im Bild handelt es sich um einen bei Bereitschaftsübungen ständig mit anwesenden Kontrolloffizier der BDVP Potsdam.    2)

 

 

Die Rückenansicht zeigt den typischen körperbetonten Taillenschnitt der Kampfanzugjacken der 70er Jahre.

Der obere Schließknopf ist nun bereits (wie beim nachfolgenden 80er-Jahre-Modell) ein kleiner Bakelit- oder Plasteknopf. Die dezentrale Anbringung und das schräge Knopfloch ermöglichen so einen besseren Halt des hochgeschlossenen Kragens gegenüber den Varianten 1970 und 1971 mit dem mittig angebrachten gekörnten grauen  Knopf.

 

Schließleisten, Taschensäcke und Splintringverdeckungen der Ärmel sind 1975 noch komplett aus widerstandsfähigem Baumwollmischgewebe hergestellt worden.

Ministerium des Innern, Größe m 52, erstes Quartal 1975. Oben links die TGL-Nummer, darunter vermutlich ein weiterer Code für die VEB Burger Bekleidungswerke. Auffällig an FD-Sommer-Jacken des MdI ist das Fehlen der kleinen weißen Stofffahne am Inneren der Pistolentasche.

Die vier Ventilationslöcher sind hier nicht mehr mit Garn eingefasst, sie scheinen wie durchgebrannt zu sein.

 

Diese FD-Hose wurde 1975 für die NVA hergestellt. Sie unterscheidet sich kaum von ihren 70er Jahre Vorgängern. Jedoch weist sie eine seltene Besonderheit auf: Zusätzlich zum bekannten Hosenträgersystem mit den drei D-Ringen wurde die Hose werkseitig noch mit fünf Gürtelschlaufen versehen. Die Hose ist nagelneu und ungetragen, eine nachträgliche individuelle Anfertigung ist somit unwahrscheinlich. Ob es sich um eine kurze Laune im Produktionsprozess oder um gesonderte Ausführungen für Offiziere und Berufsunteroffiziere handelt, ist leider nicht bekannt. Serienmäßg angebrachte Gürtelschlaufen an DDR-Felddiensthosen waren bisher völlig unbekannt und sind für diese völlig untypisch.

Die Gürtelschlaufen sind so groß gestaltet, dass man bequem ein Felddienst-Koppel durchschlaufen kann. Ob diese Trageweise so praktiziert worden ist oder ob zivile Gürtel hier Verwendung fanden, bleibt ungewiss.

Gleicher Herstellercode 03203 wie in der MdI-Jacke.

 

Wie bei der Ärmelverstellung der Jacke wurde auch bei der Beinverstellung auf den Splintring des ersten Knöpfes verzichtet.

 

Für die Gürtelschlaufen wurde scheinbar Zeltbahnstoff verarbeitet.

 

Innere Naht einer Gürtelschlaufe. Die kleine weiße Stofffahne, die vermutlich der individuellen Kennzeichnung des Trägers dienste, findet man nur in NVA-gestempelen FD-Hosen vor, bei MDI-Hosen konnte diese noch nicht festgestellt werden.

 

 

Konvolut der Trageweise von Felddienstbekleidung etwa Anfang/ Mitte der 80er Jahre. Die Dienstgradabzeichen für Unterführer der DVP in der getarnten Version, die so genannten "Gurkenschalen", weisen bereits die dickeren, umlaufenden polizeigrünen Pattschnüre ohne den unteren Querbalken auf und waren ab etwa 1980 verbindlich. Filzartige, oben offene Feldmütze von 1970. Die rote Armbinde "GOvD" zeigt an, dass der Obermeister der VP für den 24 Sunden dauernden Dienst als Gehilfe des Offiziers vom Dienst einer Volkspolizeibereitschaft vergattert wurde. An der linken Ärmeltarnschlaufe wurde eine Trillerpfeife befestigt. Am grauen Gurtkoppel wurde in der braunen Pistolentasche für Offiziere und Berufsunterführer die mit schwarzer Dederon-Fangschnur befestigte Pistole M (9 mm) mit 16 Schuss Munition getragen. Arbeitsbuch und die DV über die Dienstpflichten. Der Feldfernsprecher FF 63 M stand in jedem OvD-Zimmer und ermöglichte eine von der herkömmlichen Draht- und FS-Verbindung unabhängige Nachrichtenverbindung mit dem operativen Diensthabenden der jeweiligen BDVP.