Exkurs 80er Jahre

1. Felddienstanzug der Deutschen Volkspolizei, Jacke 1987, Hose 1986, Stahlhelmtarnbezug 80er Jahre

Die Sommer-Felddienstbekleidung der Deutschen Volkspolizei unterschied sich -bis auf die MDI/ MdI-Stempelung- nicht von der der NVA. Dieser kammerneue Felddienstanzug der Größe g 48 wurde nach 1990 dem Sturmgepäck eines ehemaligen Obermeisters der VP der 20. Volkspolizei-Bereitschaft Potsdam entnommen. Der Stoff der 80er-Jahre-Modelle ist von dünnerer Qualität, die Knöpfleisten der Taschen und die Taschensäcke sind bis auf die der Ärmel- und Beintaschen aus Dederon, Ärmel- und Knieschoner sowie Ventilationslöcher sind nicht mehr vorhanden. Auch gekörnte Knöpfe gibt es hier nicht mehr.  Dieser FDA kann in Qualität und Beanspruchbarkeit mit der bis Ende der 70er Jahre hergestellten Felddienstbekleidung nicht mehr ganz mithalten. Bei den 80er Jahre-Modellen sind alle Schließ-Knöpfe verdeckt. Neu sind die nichtverschließbaren seitlichen Taschen der Jacke. In diesem Schnitt wurde die Felddienstbekleidung der DDR im Wesentlichen von etwa 1980 bis Ende der 80er Jahre hergestellt.

Ministerium des Innern, Größe g 48, Hersteller 1802, hergestellt im 1. Quartal 1987. Selsamerweise verwendeten die VEB Burger Bekleidungswerke Ende der 80er Jahre den NVA-Code 1802 für MdI-Bekleidung, hier hätte man eigentlich die 303 vermutet.

 

Auf der FD-Jacke sind die polizeispezifischen hell-/ dunkelgrün getarnten Schulterstücke für Unterführer aufgeschlauft, die damals so genannten "Gurkenschalen". Es handelt sich hier um das zweite Modell mit doppelten hellgrünen Pattschnüren und ohne unteren Querbalken, Einführung ab etwa 1980.

 

Packzettel von 1986 (Sammlung M. Liebsch).

 

 

 

1. Quartal 1986. Die Bedeutung des "S" ist unbekannt. Seltsamerweise fehlt im Stempel die Größenangabe.

 

Major der VP Michael Kowalski, KC der 5. (Stabskp.)/ 3. VP-B Potsdam, mit Wachtmeistern und Unterführern seiner Einheit in Ein-Strich-kein-Strich-Felddienstanzügen der Fertigungsperiode der 80er Jahre.  Von links nach rechts sind die Dienstgrade Anwärter, Major, Unterwachtmeister/ zugleich Stellvertretender Gruppenführer (Eine hellgrüne und eine weinrote Schlaufe) und Oberwachtmeister der VP zu erkennen. An warmen Sommertagen durften auf Befehl die Ärmelenden der FDA-Jacke zweimal umgeschlagen werden.  2)

 

 

 

Der Stahlhelmtarnbezug der 80er Jahre weist nun an den beiden Netzfixierungen kleine graue Plasteknöpfe auf. Das Tarnnetz wirkt hellgrau und recht einfach gestaltet, der Tunnel des Spannbandes für die hintere Helmbegrenzung ist im Gegensatz zu dem des Kampfanzuges 64 und dem der 70er Jahre in der Mitte nicht mehr offen. Die Kordel-Enden sind wie ein Schnürsenkel vorn zusammengepresst und nicht mehr geknotet.

 

 

 

2. Felddienstanzug der Deutschen Volkspolizei, Jacke und Hose 1988

(Hose aus der Sammlung M. Leyva)

 

Diese ungetragene Felddienstjacke der DVP von 1988 ähnelt der o. a. Jacke von 1987, allerdings sind bei dieser Ausführung -bis auf die Kragenbindenknöpfe- alle Knöpfe wie bei einer Jeansjacke genietet. Die glatten grauen Knöpfe mit Rand haben alle die gleiche Größe von 17 x 9 mm. Es handelt sich hier wahrscheinlich um das letzte Modell der Felddienstbekleidung der DVP, welche vermutlich nicht oder  nur in geringer Stückzahl zur Ausgabe gelangte. Ob das MdI der DDR den "Uniformtrageversuch 85-90" nach erfolgreicher Einführung bei der NVA auch für die Volkspolizei übernommen hätte, ist nicht bekannt.

 

 

Sogar der Sicherungsknopf der Pistolentasche ist genietet.

 

 

Die dazu gehörende Felddienstanzughose des Ministeriums des Innern, m48 1802 2/Y. Wie die Felddienstanzüge der NVA aus den 80er Jahren weist auch dieses Modell des MdI keine Knie- und Hosenbodenverstärkungen mehr auf. Alle Knöpfe, die alle samt nicht gekörnt sondern glatt sind, sind genietet. Das Innenleben aller Taschen ist ebenfalls aus Dederon.

 

 

 

3. Felddienstuniform für Frauen in der NVA, Jacke 1985

(Sammlung S. Wetzel)

 

Bereits 1973 wurde eine Felddienstuniform für weibliches Personal bei der NVA eingeführt. Hier die 80er Jahre Version von 1985. Wie für Damenbekleidung üblich, ist die Jackenknöpfung gegenüber Männerjacken anders herum gestaltet, man (Frau) greift also mit der linken Hand in das Innere der Jacke, wo sich jedoch keinerlei Innentaschen befinden. Deutlich erkennbar bei diesem Modell sind die Brustabnäher. Der Dienst für Frauen war in der NVA freiwillig und erfolgte überwiegend im Stabs-, und Nachrichtendienst und anderen administrativen Bereichen ab einer Verpflichtungszeit von drei Jahren an.

 

Das Innenleben aller Taschen, hier auch das der Ärmeltaschen, ist aus dem wenig beanspruchbaren Dederon hergestellt. Sogar die längliche Tasche für das Reservemagazin der Pistole M besteht daraus.

Die Frauenfelddienstjacke der NVA erinnert im Schnitt mit ihren schrägen Jackentaschen etwas an die Feldbluse 40 der Deutschen Luftwaffe.

NVA, unbekannter Hersteller 1958, 2. Quartal 1985 als verschlüsseltes "T". Die Stempelung ist recht weit oben im Schulterbereich angebracht.

 

In Verbindung mit den bekannten Buchstaben war die Größenstaffelung der militärischen Konfektionsgrößen der Frauenbekleidung 76, 82, 88 und 94. Hier eine recht zierliche m 82. Die Knöpfe für die Kragenbinde bestehen aus durchsichtiger Plaste und sind etwas größer als die der Männerbekleidung.