Größen

Flächentarnbekleidung wurde von 1958 bis 1962 in drei Größen (auch hier Parallelen zum Größenschlüssel deutscher Militärbekleidung des 2. Weltkrieges) hergestellt. Etwa um 1961 kamen dann noch die "Übergößen" 4 und 5 hinzu. Die "1" stellt die kleinste Größe dar, die "4" und die "5" wurden scheinbar für Hünen gefertigt. Die Größen wurden 1958 bis Ende 1959 auf dem Inneren der linken Brusttasche bzw. linken Hosentasche und ab Ende 1959/ Anfang 1960  im Inneren der Bekleidung auf der Pistolentasche und der linken Hosentasche aufgestempelt.

 

An einigen Exemplaren der Kapuzenserie (3. Quartal 1963 bis 1964) finden sich zusätzlich zur Stempelung kleine Größenschildchen in der Größe von etwa 10 x 12 mm unter dem Knöpfriegel für die Kapuze bzw. im hinteren Teil der Hose. 1964 begann man in der DDR die Größenschlüssel für Felddienstbekleidung auf ein Buchstaben-Zahlen-System umzustellen, wie es dann bis 1990 gültig bleiben sollte:

sk = sehr klein,

k = klein,

m = mittel,

g = groß,

sg = sehr groß und

üg = übergroß.

 

 

Diese Buchstabengrößen wurden in Verbindung mit den Konfektionsgrößen 44, 48, 52, 56 und 60 im Inneren der Bekleidung meist auf der Pistolentasche und der linken Hosentasche aufgestempelt und zusätzlich an Schildchen am Kragen und dem hinteren Teil der Hose angebracht. Sehr schlanke Größen wurden zusätzlich noch mit -0 (Ohne Bauch) hinter der Konfektionsgröße versehen. Die militärischen Konfektionsgrößen 76, 82, 88 und 94 waren in Verbindung mit den bekannten Buchstaben ab etwa 1973 der Frauenbekleidung vorbehalten.  

 

Größe 3 in einer Hose von 1958.

 

 Größen 1 bis 4 der Kapuzenserie, hier 1961 bis 1963.

 

Jacke der Kragenserie 1969 mit Größenangabe im Rahmen.

 

Vergleich der Größen 1, 2 und 4. V. l. n. r.: 1963 (rot gestempelt), 1962 (schwarz gestempelt) und 1963 (rot gestempelt). Interessant bei der Größe 4 die Farbanomalie der blau-grünen Farbe.

 

Zwei Hosen im Vergleich: Eine Größe 1 mit NVA-Stempelung mit einer Größe 4 mit MDI-Stempelung. MDI-gestempelte Felddienstbekleidung wurde an die Deutsche Volkspolizei, die Grenztruppen (bis etwa 1965) und an das Ministerium für Staatssicherheit (bis etwa Ende der 60er Jahre) ausgegeben.

 

Neben der Größenangabe auf den Pistolentaschen/ Innentaschen der Jacken bzw. auf den Hosentasche im Inneren der Hosen kann man die Größe ebenfalls noch an den letzten Ziffern der Fertigungsmarkierungen ablesen. Diese wurden im Inneren aller Einzelteilen der Jacken und Hosen aufgestempelt, vermutlich um die Stücke beim Produktionsprozeß eindeutig zuordnen zu können:

Die letzte Ziffer in der Fertigungsmarkierung zeigt die Größe 2 an. Hier noch mit dem typischen Nummero-Stempel in der Kapuze einer 1961er Jacke.

 

Hier in einer 1962er Kapuzenjacke mit schlecht zu erkennendem Nummero-Stempel.

 

Die Größe 1 in einer 1963er Kapuzenjacke. Rote Stempelungen traten neben den schwarzen überwiegend 1963 auf.

 

Die blau gestempelte Größe 44 in einer 1964er Kragenjacke. Blaue Stempelungen wurden überwiegend 1964 und 1965 verwendet.

 

Größe Sg 52 im Kragen 1970.

 

 Größe 3 an einer 1964er Kapuzenjacke.

 

1971 Strichtarn.