Sturmgepäck

 

1. Ausführung mit Riemen aus Dederon-Webgurt und Strippenverschluß

Vermutlich das erste Modell des Teils 1 des Sturmgepäcks, hergestellt Ende der 50er oder Anfang der 60er Jahre, leider ohne Stempelung mit Jahresangabe oder Hersteller. Es ist noch in der Form eines Tornisters gestaltet, ein Einschubfach aus Klarsichtfolie zur Kennzeichnung mit Dienstgrad und Name ist hier noch nicht vorgesehen.

 

Die beiden inneren Deckel werden hier noch mit vier Strippen geschlossen.

 

Auf der Innenseite der Riemenverschlüsse findet man das eingestanzte "Fahrrad". Dieses Logo findet man auch an zeitgleichen Tragegestellen aus Leder sowie an Ausrüstungsgegenständen der Deutschen Wehrmacht. Vermutlich handelt es sich um die Initialen "CGH"des Suhler Herstellers "C. G. Haenel".

 

 

2. Ausführung mit Riemen im Flächendruck

Ein Utensil aus den ersten Jahren der Flächentarnära: Das Teil 1 des Sturmgepäcks. Es ist  ebenfalls noch in der Form eines Tornisters gestaltet, ein Einschubfach aus Klarsichtfolie zur Kennzeichnung mit Dienstgrad und Name ist hier ebenfalls noch nicht vorgesehen. Die Riemen zum Schließen der Tasche sind hier im Flächendruck verarbeitet. Die Tasche wurde privat umgearbeitet und hat den Charakter einer Aktentasche, der Griff ist nicht original und wurde vermutlich vom Rückenteil entnommen.

 

   6)

Dieses Teil 1 wurde im Laufe der Jahre bereits stark "mitgenommen", die Tragegestellbefestigung sowie die seitlichen Besfestigungsschlaufen für die Aufnahme der eingerollten Zeltbahn wurden entfernt.

 

  4)

Die beiden Seitenteile sind -wie auch beim ersten Strippen-Modell- verstärkt und sorgen für die typische Tornisterform. Beim Modell Nr. 4 im helleren Farbdruck (s. u.) finden sich diese Verstärkungen nicht mehr.

 

 4)

 

Hier wurden die offenen Seitenteile zusammengenäht.

 

Schwache Stempelung: NVA 1960.

 

6)

 

3. Ausführung mit Riemen aus Dederon-Webgurt

(Sammlung S. Wetzel)

Das dritte Modell ähnelt dem ersten, anstelle der dortigen Deckelverschlüsse mittels Strippen finden sich hier nun Dederon-Schnallen.

 

 

4. Ausführung in hellerem Flächendruck

(Sammlung S. Wetzel)

 

Bereits Anfang der 60er Jahre wurde eine neuere Variante des Sturmgepäcks bei der NVA und der DVP eingeführt. Im Bild Teil 1 und 2. Anhand der helleren Flächendruck-Ausführung kann von 1962 oder danach ausgegangen werden.

 

Anstelle der oberen D-Ringe der vorherigen Modelle wurden hier Karabinerhaken angebracht, mit denen man das Sturmgepäck am Tragegestell einhaken konnte.

 

 

 

 

5. Ausführung im Strichtarnmuster um 1968

Dieses Sturmgepäck von 1968 weist einige Besonderheiten auf, es sind hier drei von vier bisher bekannten DDR-Strichtarnmuster-Typen enthalten: Die Tasche im Muster des Typs 1 (bräunlich-grün), die Seitenteile der Tasche im Muster des Typs 2 (bräunlich-grün) und die Zeltbahn im Muster des Typs 2 (sandgelb). Zur Komplettierung würde hier nur noch das Muster des Typs 1 in der sandgelben Ausführung fehlen.

Schnittstelle der Ein-Strich-kein-Strich-Evolution: Detailaufnahme der Sturmgepäcktasche im Strichtarnmuster des Typs 1, dessen Seitenteile jedoch schon im dickeren Strichtarnmuster des Typs 2 verarbeitet wurden. Im englischsprachigen Raum erhielten die Strichtarnvarianten den Namen "Regentropfen-Muster". Interessant ist, dass u. a. auch die südafrikanische Armee mitunter das Strichtarnmuster verwendete, nachdem dieser wohl einige einst von der DDR an die SWAPO gelieferte Felddienstbekleidung in die Hände fiel.